18.12.2017

ERNST WÜRTENBERGER. 1868 – 1934. EIN DEUTSCHER MALER IN DER SCHWEIZ

Städtische Wessenberg-Galerie in KONSTANZ. Bis 01.04.2018

Der Maler Ernst Kreidolf war ein geselliger und kontaktfreudiger Mensch. Er pflegte einen grossen Freundeskreis, wie die in der Burgerbibliothek Bern erhaltene reiche Korrespondenz belegt.
So kannte Kreidolf auch den Porträt- und Genremaler, Grafiker und Kunsttheoretiker Ernst Würtenberger, der zwanzig Jahre lang das Zürcher Kunstleben geprägt hatte, bevor er eine Professur an der Landeskunstschule in Karlsruhe annahm. Würtenberger war ein Wegbegleiter Kreidolfs, wie folgendes Kondolenzschreiben bezeugt.

 «Sehr geehrte Frau Professor Würtenberger. Das Hinscheiden Ihres Mannes, des Herrn Professor Würtenberger, hat mich sehr bewegt (und spreche ich Ihnen und Ihren werten Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aus).Was der Verstorbene als Künstler und Lehrer seinem Heimatland und uns Nachbarn den Schweizern gewesen ist, wurde öffentlich ausgesprochen und voll gewürdigt, und jeder, der ihn und sein Wirken gekannt, wird dem ohne Vorbehalt beigestimmt haben.
Mich begleitete sein Bild von sehr früh an. Ich sah ihn als Gymnasiasten in Konstanz und hörte von seinem künstlerischen Talent. Dann in München im Kunststudium. Später oft in seinem Elternhaus in Emmishofen, wo er bereits selbstständig malte. Dann ab und zu in Zürich in seinem Atelier und in seiner Familie, wo ich auch Sie kennenlernte. Immer war er die prägnante, geistig außerordentlich anregende Persönlichkeit, als die er, wo er hinkam, geschätzt wurde. Das wird überall unvergessen bleiben, sowie auch seine Bilder als Ausdruck seiner künstlerischen Überzeugung weiter wirken werden.»

Ernst Kreidolf an Karolina Würtenberger, nach Ernst Würtenbergers Tod am 04.02.1934 in Karlsruhe. Ohne Datum. Nachlass Ernst Würtenberger, Freiburg i.Br.